Garten, Leben
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Gartenprojekte entspannt angehen

Der Ausbau unseres Gartens erstreckt sich nun schon über 4 Jahre – das hört sich nach einer ewigen Baustelle an. Wie ich gelernt habe durch meinen Garten gelassener zu werden, Gartenprojekte entspannt anzugehen und endlose to Do’s auch mal zu ignorieren erzähle ich in diesem Artikel. Ich kann mich auch noch an den Moment erinnern, als ich das erste Mal in unserem Garten stand und sagte: „ Ach wir machen das hochgewachsene Gras weg und zupfen Unkraut und dann ist das schon ein Garten, der Spaß macht“. Ehrlich gesagt haben wir uns das ein oder andere mal überschätzt und ein Projekt, welches mal eben schnell gemacht werden sollte  dauert nun schon die gesamte Saison. Na und ?!

Mittlerweile kann ich mich in unserem Garten so richtig schön entspannen. Einerseits entspanne ich mich indem ich in unserem Garten tätig werde: Ich liebe es mit dreckigen Fingern in meinen Beeten zu stecken und meine Gemüsebeete auf Vordermann zu bringen oder verwelkte Blüten zu entfernen. Dabei denke ich an nichts anderes und lasse die Hektik des Alltags mal vor der Gartentür. Andererseits habe ich aber auch gelernt mal die Füße hoch zu legen und das was man sich geschaffen hat, auch zu genießen.

Anfangs habe ich mich mit der Arbeit in unserem Garten sehr unter Druck gesetzt. Ich wollte es unbedingt schön haben und jede freie Minute habe ich verplant bestimmte Projekte im Garten voran zu treiben. Das ein oder andere Mal wurde ich ziemlich enttäuscht und habe mich schlecht gefühlt, weil ich einfach nicht so schnell erreichen konnte, was ich mir vorgenommen hatte.

Der Gedanke, dass erst alles fertig sein muss, bevor man sich mal mit einem Buch in den Garten setzen und entspannen kann, war bei mir allgegenwärtig. Nachdem ich realisieren musste, dass die Umgestaltung eines völlig verwilderten Gartens einfach nicht in der Geschwindigkeit gemacht werden kann, wie ich mir das vorgestellt hatte, kam die erste große Frustwelle. Diese Emotionen haben auch dazu geführt, dass ich den Garten und die Gründe, warum wir uns dafür entschieden haben, überdacht habe. Wollten wir einen Garten haben, damit er perfekt ist? Wollte ich von Termin zu Termin hetzten und den Garten als weitere Pflicht ansehen? Definitiv nein!

 

Der Garten ist ein Freizeitprojekt, welches Spaß machen soll. Wir wollen uns ausprobieren und kreativ werden. Pflichten und  lange Listen mit to Do’s helfen dabei nicht gerade und man ist nur noch im Arbeits- und Erledigungsmodus. Der Gedanke was dann kommt, wenn alle Projekte auf meiner Liste nun abgearbeitet wären, hat mir geholfen entspannter an alles heran zu gehen. Das eigentlich Schöne am Garten ist doch, dass man immer etwas machen kann und nicht, dass man fertig ist und sich krampfhaft neue Projekte überlegt. Es ist wunderbar, wenn man immer wieder kleine Projekte vollendet. Das Anbringen eines Vogelhäuschens im Baum oder die Innengestaltung der Gartenlaube mit kleinen Flohmarktfunden gehören zum Beispiel dazu.

All die kleinen Dinge, die wir jeden Tag vollbringen nehmen wir viel zu selten wahr, weil wir sie einfach als selbstverständlich ansehen. An manchen Tagen bremse ich mich und nehme mir bewusst ein Buch zur Hand und entspanne, obwohl eigentlich noch dies und das gemacht werden müsste. Jedoch ist es mir auch schon viel zu oft passiert, dass dann plötzlich das Wochenende vorbei war und ich nicht einmal in Ruhe durchgeatmet habe. Wenn der Rasen mal eine Woche später gemäht wird oder die neu gestalteten Fensterläden mal 4 Wochen da stehen, bevor wir schaffen sie anzubringen ist das auch ok. Es stört niemanden außer unseren inneren Anspruch nach Perfektion.  Und wer legt eigentlich fest, dass ein perfekt gemähter Rasen schöner ist als eine entspannte Gärtnerin auf einer Wildwuchswiese ?!

Die Innengestaltung unserer Laube hat 4 Jahre angedauert, aber es hat sich gelohnt zu warten. Nach und nach haben wir immer wieder besondere Dinge auf dem Flohmarkt gefunden, die nun endlich den richtigen Platz erhalten haben. Manche Dinge muss man einfach laufen lassen und dann fügen sie sich von selbst.

Ob der große Steinhaufen sich auch von selbst als Mauer aufstapeln wird ?!

 

 

1 Kommentare

  1. Liebe Fanny,
    So geht es mir auch. Inszwischen bin ich viel entspannter, was die Fertigstellung unseres „Traumgartens“ angeht. Zumal sich die Vorstellung davon sowieso ständig ändert?
    Ganz liebe Grüße,
    Claudia

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