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Schrebergarten pachten – sollen wir oder nicht ?

Sollten wir einen Schrebergarten pachten? Die Lust auf etwas mehr Freiraum und die Idee vom eigenen Gemüsegarten hatten wir schon eine Weile im Kopf. Ab und zu wurde in den umliegenden Kleingartenanlagen geschaut, ob eventuell ein Gartengrundstück verfügbar ist. Manchmal haben wir auch etwas geträumt: „Wenn wir mal einen eigenen Schrebergarten pachten, dann könnten wir ja dies und das anbauen oder ein großes Gartenfest mit unseren Freunden machen und über das Wochenende der Stadt entfliehen und in unserem Gartenhäuschen übernachten. Abends romantisch am Feuer sitzen und morgens mit einer Tasse Kaffee in der Hand und nassem Gras unter den Füßen die ersten Sonnenstrahlen genießen….“. Aber passt das auch wirklich zu uns?  Ende 20 , Anfang 30 und Schrebergärtner?  Ist das nicht auch ziemlich spießig ? Schaffen wir das zeitlich? Haben wir genug Expertise, um einen eigenen Garten zu bewirtschaften?

Als wir dann tatsächlich eines Tages vor der Entscheidung standen, einen Garten zu pachten, folgte zunächst eine Zeit des Abwägens. Wir stellten uns ganz ernsthaft einige wesentliche Fragen, um uns wirklich sicher zu sein, dass dies keine Schnapsidee ist & wir das Projekt Garten voller Frust nach einer Saison hinschmeißen.

Sollen wir einen Schrebergarten pachten ? Pro und Contra; Checkliste

Sollen wir einen Schrebergarten pachten ? Pro und Contra; Checkliste

Checkliste Garten – was solltet ihr in eure Entscheidung einbeziehen:

  • Lage: der Garten sollte von eurer Wohnung – oder Arbeitsstätte nicht weit entfernt sein. Anfangs ist man sicher motiviert auch mal mit dem Auto 30 Minuten zu fahren, jedoch sollte  man sich darüber bewusst sein, dass ein Garten selbst zeitaufwendig ist & man daher bei An- und Abreise logistisch optimieren kann.
  • Kosten: die Pacht für einen Schrebergarten beträgt meist nicht viel ( je nach Größe sind  es Ca. 100- 200 € im Jahr) . Dazu kommen laufende Kosten für Wasser und Strom ( je nach Verbrauch ).  Sofern bereits ein angelegter Garten vorhanden ist, zahlt man auch eine Ablöse an den Vorbesitzer/ Gartenverein. Dies kann je nach Ausstattung schnell in den 4- oder sogar 5-stelligen Bereich gehen. Dazu kommen natürlich Investitionen für Gartengeräte, Baumaterialien und Pflanzgut. Besonders am Anfang sollte man hier einiges einplanen, entsprechend der eigenen Vorhaben. Schnäppchen kann man machen, wenn man ein eher schlecht gepflegtes Gartengrundstück pachtet und selber mehr Hand anlegen muss. Meist macht das aber auch Sinn, da man oft die Gestaltung vom Vorbesitzer verändern will, um eigene Ideen einzubringen.
  • Gärtnererfahrung: Wenn man Spaß an einer Sache hat, lernt man auch schnell dazu & befasst sich gern mit Themen rund um Pflanzenanbau & Co. Um sich zu informieren empfehle ich neben den Gartenerfahrungen aus dem Familien- und Bekanntenkreis natürlich Gartenblogs und ganz traditionell Gartenbücher (z.B. Obst und Gemüse selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Küchengarten – GU Praxis Ratgeber Garten   oder Der Selbstversorgergarten ).  Letztendlich sollte man aber einfach ins kalte Wasser springen. Ein wenig Lehrgeld muss jeder Neugärtner zahlen & von Saison zu Saison lernt man neue Dinge dazu und optimiert seine Anbaumethoden.
  • Zeit: Ein Garten kostet Zeit – das ist klar. Momentan sind wir ca 2- 3 mal pro Woche nach unseren Full-time Jobs im Garten. Manchmal klappt es aber auch gar nicht, weil einfach zu viele andere Dinge anstehen. Und genau das ist auch unsere Devise: wir wollen Zeit im Garten verbringen, wenn wir Spaß daran haben und diesen erhalten wir uns, wenn wir es langsam angehen und uns nicht unter Druck setzen lassen. Nicht von uns selbst, nicht von den Nachbarn im Schrebergarten und auch nicht von Bekannten, die doch gern mal vorbei kommen wollen. Das Projekt Garten kann und soll nicht in einer Saison perfekt werden, sondern langfristig immer wieder kleine Glücksmomente bescheren & daher bestimmt ihr selbst in welchem Tempo ihr euren Garten bearbeitet.
  • Regeln des Gartenvereins: bei der Entscheidung für oder gegen einen Schrebergarten, solltet ihr auch beachten, dass je nach Gartenverein bestimmte Regeln gelten und bestimmte Vereine strenger sind als andere. Uns war es wichtig, dass wir nicht akribisch dazu genötigt werden eine bestimmte Fläche mit Nutz- bzw. Zierpflanzen zu füllen. Bei einem Spaziergang durch die Gartenanalage, kann man schon erspähen wie die anderen Kleingärtner das so handhaben und abschätzen wie streng der Gartenverein ist und ob dies auch zu euch passt. Die Satzung der Gartenvereine kann man meist online einsehen.

Alles in allem, kann ich nach einem Jahr Schrebergärtnerdasein nur sagen: es macht unglaublich Spaß. Wir sind immer wieder verblüfft wie schnell uns dieses kleine Stückchen Erde ans Herz gewachsen ist, welch kreative Ideen zur Gestaltung wir entwickeln und wie ansteckend im Freundeskreis das Thema Garten doch plötzlich geworden ist. Spießig fühlen wir uns auf keinen Fall. Es ist toll, eigene Lebensmittel anbauen zu können und sich Wissen über den Anbau und die Kultivierung von Obst – und Gemüse anzueignen. Es ist ein guter körperlicher Ausgleich: Steine tragen, Erde schaufeln und Gießkannen schleppen – man bleibt fit ohne wirklich zu merken, dass man Sport treibt. Die Zeit an der frischen Luft lässt Körper und Seele einmal durchatmen und neue Energie schöpfen. Die Entscheidung für einen Garten , war die beste , die wir im letzten Jahr getroffen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

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