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Breslau – Kultur im Februar

 

Wir müssen mal raus. Spontan übers Wochenende ein kleiner Ausflug – ohne viel Aufwand und Vorbereitung. Danach war uns momentan. Da kam uns doch die aktuelle Kulturhauptstadt 2016 ganz gelegen: Breslau (polnisch: Wroclaw). Diese Städtchen liegt nur 4 Autostunden von uns entfernt und damit perfekt, für einen Wochenendausflug. Außerdem stehen wir sowieso auf die osteuropäische Kultur & freuten uns daher sehr, als wir auch noch ganz spontan eine Unterkunft über Airbnb mitten im Zentrum ergattert haben.

Breslau hat uns auch direkt mit einer gemütlichen Winterluft begrüßt: es war kalt – so wie es im Winter sein muss und uns stand am Freitagabend nach der Fahrt & der anstrengenden Arbeitswoche einfach nur einen schönen Restaurant etwas deftiges, polnisches essen, ein Gläschen Wein trinken und um den Nachtschlaf so richtig tief und fest zu machen wollten wir auch einen polnischen Wodka trinken, bevor wir uns am Samstag kulturellen Highlights widmen.

Es war nicht schwer ein schönes Restaurant zu finden. Um das Rathaus herum, welches übrigens das Wahrzeichen von Breslau ist & nachts auch besonders pompös beleuchtet wird, ist einiges zu finden. Nachdem wir es in Restaurants, die von Tripadvisor in höchsten Tönen gelobt wurden, wie „Spiz“ oder „Bernard“ , versucht haben & leider keinen Platz mehr ergattern konnten haben wir einen richtig leckeren Burgerladen (Butchery and Grill ) gefunden, der all unsere Wünsche (bis auf den Wodka) an diesem Abend erfüllen konnte. Wodka gab es dann noch in einer kleinen Kneipe neben unserer Ferienwohnung & dann fielen wir auch schon ins Bett.

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Am Samstag ließen wir uns treiben durch die Altstadt und das Viertel der vier Bekenntnisse. Überall gibt es etwas zu sehen und alles ist fußläufig erreichbar. Wer es etwas alternativer Wünscht findet kleine Cafes & Shops im  Viertel der vier Bekenntnisse um die Wlodkowica Straße. Verliebt habe ich mich in die Atmosphäre des Cafes Mleczarnia. Dunkle Wände, schwere Holzmöbel gemixt mit Häkeldeckchen & altbackenem Geschirr aus Omis Zeiten dazu Frühblüher in Tassen. Hier haben wir lange gesessen und uns bei Grog und Kakao aufgewärmt.

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Ein Spaziergang am Kanal bis hin zum Puppentheater ist auch empfehlenswert. Wir haben sogar überlegt uns eines der berühmten Marionettenspiele anzuschauen (ist natürlich alles auf Polnisch). Auf dem Weg durch die Fußgängerzone (Swidnicka) kommt man dann am weltbesten Pfannkuchenstand vorbei. Die duftenden Gebäckstücke werden direkt hinter einer Glasscheibe von 3 tüchtigen Mitarbeitern hergestellt und die sich davor ansammelnde Menschenschlange lässt erahnen welch traumhafte Geschmacksexplosion da auf uns zukam. Ich habe noch nie in meinem Leben solch einen guten Pfannkuchen gegessen (und ich muss zugeben, ich habe schon viele Pfannkuchen gegessen). Aber dieser war nicht nur warm, sondern auch von einer unglaublichen Konsistenz, die uns dahinschmelzen ließ. Gefüllt mit wahlweise Eierlikörcreme, Pudding oder Schokocreme. Ein MUSS bei jedem Breslaubesuch.

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Neben dem gotischen Rathaus im Zentrum, kann man einige Kirchen und Synagogen in Breslau bestaunen rund um den Ring. Im Norden der Stadt, auf der Dominsel, wird es nochmal richtig schick: direkt an der Oder fühlt man sich wie in einer Filmkulisse. Einzigartige Gebäude mit historischem, kulturellem Wert sind hier aneinandergereiht. Liebespaare verewigen massenhaft sich mit Schlössern an der zur Dominsel führenden Brücke.

Toll war es aber auch einfach nur durch die Straßen von Breslau zu schlendern und alte, herrschaftliche Gebäude betrachten, die restauriert und bis ins kleinste Detail aufgearbeitet sind. An anderen Ecken sieht man tolle Häuser, an denen offensichtlich der Zahn der Zeit nagt und sie damit schon mystisch wirken. Wenige Straßen weiter dann aber auch wieder die weniger schönen Bauten der 90er Jahre und die ganz alten Klötze aus vergangener Ostblock-Zeit zu sehen. Hinterhöfe, in denen an schrottigen Autos herum geschraubt wird und nebenan ein neues Szene Café entsteht. Breslau wirkt verschlafen, aber man hat das Gefühl es bewegt sich einiges. Man sieht nicht viele Kreative auf der Straße, nicht zu viele Touristen. Alles in allem wirkte Breslau auf uns sehr angenehm, nicht überlaufen – nicht aufgesetzt. Eine tolle kleine Stadt, die es sich lohnt zu besuchen und zu genießen.

Meine Empfehlungen für ein Wochenende in Breslau nochmal zusammengefasst:

Airbnb bei Marta
– Burger bei Butchery and Grill
– Cafe in der Mleczarnia
– Frühstück im Central Café

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